Wer?

Wer?

Seit dem Frühjahr 2018 befrage ich Frauen zwischen Mitte und Ende 20 Jahren auf der Basis von Flyern mit Fragestellungen, die ich irgendwo gefunden und mitgenommen habe. Hinzu kommen weitere Fragestellungen, gegebenenfalls zu anderen aktuellen Projekten, aber auch, dass die eine Befragte ihrer Nachfolgerin eine Frage mit auf den Weg gibt. Der Kreis der teilnehmenden Menschen dieses langfristig angesetzten Projekts soll mit sieben oder acht Menschen klein gehalten werden. Derzeit, im Obtober 2018, sind vier Frauen befragt worden, die fünfte steht schon in den Startlöchern. Photographisches, Filmisches, Zeichnerisches hilft bei der Vorstellung der einzelnen Charaktere.

Warum schon wieder Frauen und warum dieses Alterspektrum? Zum einen kenne ich die meisten Projektteilnehmerinnen bereits durch vorherige Arbeiten, weiß sie vom Wesen her einzuschätzen und ob ein solches letztlich sehr persönliches Projekt passen könnte. Frauen, das stelle immer wieder fest, wirken freier und offener, was solche Themen angeht, bauen anders als die meisten Männer keine undurchdringliche Fassaden auf. Außerdem finde ich es wichtig, einen hübschen und foto-/telegenen Menschen nicht nur bildlich, sondern auch inhaltlich und ideell sichtbar zu machen, ihn so darzustellen, wie er wirklich ist, hinter der äußerlichen Fassade. Mitte/Ende 20 ist ein spannendes Alter, denn zumeist endet dann die Ausbildung, man verlässt dieses Kokon und lernt, wie die Welt wirklich funktioniert und bisweilen schwierige oder unangenehme Aufgaben stellt, und in vielerlei Hinsicht wird auch mit Altem gebrochen und neue Wege angegangen.

Sophia
Sophia im Mai 2018

Teilnehmende:
– Sophia, Jahrgang 1989, dunkelblondes und gelocktes Haar, schlank; warme und wache grüne Augen. Zweifache Mutter, alleinerziehend, im Bewusstsein, diese große Aufgabe mit viel Herzblut und Empathie anzugehen. Stieß Ende 2017 auf einem Fotoportal auf mich, wo ich für dieses Projekt um ein oder zwei „neue“ Gesichter warb.
– Paulina, Jahrgang 1994, braunes Haar, warme braune Augen, sehr schlank. Lebt in einer Jurte und auf Touren ihren alternativen Lebensentwurf, ist im Herbst 2018 schwanger. Fand mich 2014 im Internet auf der Suche nach Dänemark-Fotos, ließ mich Teil ihres eigenen Kunstprojekts werden und gibt mir immer wieder viele Anstöße.
– Sophie, Jahrgang 1993, blondes Haar, schlank; wache grau-blaue Augen. Hat viele Ideale und setzt sich für diese vielfach ein. Bemalt Wände mit politischen und gesellschaftlichen Motiven, kunstaffin, offen, emotional, kraftvoll, aber auch suchend. Fundstück von mir, da mir gefiel, dass sie 2015 persönliche Motive noch als Graffiti an die Wände brachte.
– Alexandra, Jahrgang 1991, blondes Haar, sehr schlank; kraftvolle, grüne Augen. Sie ist an Multipler Sklerose erkrankt, hat diese Krankheit aber angenommen und gelernt mir ihr umzugehen. Lebendige Gestik, Mimik und Körpersprache, ist voller Energie. Bemerkte ich 2018 auf Instagram, da sie meine mit #stille markierten Bilder wiederholt mit ihrem „like“ belohnte.

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